Sharkoon Venga Economy

März 15, 2009 von bengtluers

Hallo zusammen.

Ich bin gerade damit fertig geworden, aus dem Sharkoon Venga Economy einen Rechner für meinen Opa zubauen und möchte ein paar Eindrücke vertextlichen.

WTF?!
Das war mein erster Eindruck, als ich das Paket vom Postonkel übernahm. Ich war mir doch recht sicher, dass ich ein Full-ATX-Gehäuse gekauft hatte und der Karton schien mir dafür sehr klein und auch noch sehr leicht. Doch die Aufschriften der Verpackung behaupteten, es sei ein „MIDI ATX PC CASE“ in der „White Edition“. Na gut, dann ist also Auspacken und nicht Retour angesagt.

Unboxing
Karton auf, die beiden Styropor-Keile angepackt und rausgehoben. Ohne Verklemmen, ohne Nachhelfen. Der Karton passt super. Es ist ja fast schade drum, aber weg damit, die Folie entfernt und zum Vorschein kommt ein mit dem ersten Eindruck völlig überzeugendes Gehäuse.

Von Außen
Die Front ist schneeweiß. Die vier 5,25″-Einschübe und den einen in 3,5″, die vier metallischen Bedienelemente, den Sharkoon-Schriftzug und das schwarze Gitter hinter dem vorderen Lufteinlass umläuft eine tiefe Lichtkante, außerdem sind die Ecken der Front sehr weit abgerundet, was einen langen Übergang zum recht eckigen Metallteil nötig macht. Das sieht aber immer noch ganz gut aus und geht wohl auch kaum anders.

Frontpanel
Die Anschlüsse für Audio und USB sind an die Linke Seite gelegt, stören also den schlichten Eindruck nicht und fallen zumindest in der weißen Ausführung auch kaum negativ ins Auge. Trotzdem könnte sich das als unpraktisch erweisen, wenn der Rechner links vom Schreibtisch an einer Wand stehen soll. Aber dann könnten auch seitlichen Lüfter nicht richtig arbeiten, wenn man sie denn nutzt. Nicht perfekt gelöst, aber auch nicht falsch.

Rundrum
Beide Seitenbleche sind mit großflächigen Absetzungen versehen, was wohl der Stabilität etwas zu trägt. Das ist gut, Steifheit hat man nie genug. Eines der Beiden nimmt zwei 12er oder 8er Lüfter auf. Die Bleche sind sonst aber identisch, wodurch sie sich auch vertauschen lassen. Thumbscrews gibt es keine; übliche Grobgewindeschrauben halten die Seitenwände.

Hinten
Fast nichts Besonderes. Allerdings ist die Kante, die die Erweitungskarten provozieren, bis zum Ende des Mainboards durchgezogen. Wenn man viele PCs gesehen hat fällt das wohl auf, für nicht so geschulte Augen mag das die Kiste einfacher erscheinen lassen. Naja, da kann man drüber streiten, muss man aber auch nicht, denn diese Lösung stört nicht im Geringsten.

Demontage Teil I
Schon beim Abnehmen der Seitenwände fällt auf, dass sie (wie Beispielsweise beim Rebel 9 Von Sharkoon) oben und unten mit einer Verstärkung versehen sind. Auch wenn sie in sich ganz gut wabbeln, hilft diese Führung beim Einfädeln beim Zusammensetzen. Gut.

Demontage Teil II
Die Front rastet unten mit vier runden und oben mit zwei eckigen Klammern in den Metallkäfig ein. Um an alle unteren heranzukommen muss man beide Seitenwände entfernen, an die oberen Klammern kommt man nur, wenn im obersten Schacht kein Laufwerk eingesetzt ist. Ein kleiner Kritikpunkt, denn so häufig macht man das ja doch nicht und die Konstruktion hält sehr gut und erfordert wenig Geschick, wenn man erst mal freien Zugang hat.

Von Innen
Dass das Blech für Mainboard und Netzteil auf Höhe der 5,25″-Laufwerke bis zur Front durchläuft fördert den aufgeräumten und durchdachten Eindruck ebenso, wie die leicht nach hinten versetzte und ebenfalls bis zum Gehäuseboden durchlaufende Aufnahme für 3,5″-Laufwerke.

Lüftung Hinten
Über den Anschlüssen vom Mainboard hat der Platz wegen der minimalistischen Gehäusebreite nicht für 12er Lüfter gereicht. Lediglich ein 8er oder ein mittlerweile sehr unüblicher 9,2 cm-Lüfter lassen sich montieren. Wegen der durchgezogenen Kante an der Hinterseite gestaltet sich der Einbau eines Lüfters etwas schwierig; zwei Schrauben müssen am äußeren Blech vorbei in die eigentliche Halterung eingesetzt werden. Nicht so einfach wie es hätte sein können, aber kaum schwieriger als Schraubendreher, Schraube und Lüfter sonst zum Zusammenspiel zubringen.

Lüftung Vorn
Trotz der kleinen Lufteinlässe in der Front findet vor den Festplatten ein 12er-Lüfter Platz. Das ist gut, größer ist schließlich leiser und so wird kein Platz verschenkt.

Kabelführung Vorn
Die Taster und Leuchten der Front haben zwar eigentlich ausreichend lange Kabel, durch die etwas unglückliche Verteilung der Löcher in der Metallfront muss man sie aber auf einem kleinen Umweg nach innen führen, wenn man sie auf der Linken und nicht wie vorgesehen auf der Rechten Gehäuseseite verlegen will. Wer also die Anschlüsse für die Front nicht quer durch das Gehäuse und damit durch den Luftstrom legen will, muss Glück mit seinem Mainboard haben. Bei mir hat es (mit einem ASRock A7NF2-RAID) gepasst und ich denke Fälle, in denen das nicht geht sollten selten und der Aufwand die Kabel auf Seite zu binden vertretbar sein.

Kabelführung Innen
Das Gehäuse hat zwar eine Führung, um die Kabel vom Netzteil hinter der Halterung vom Mainboard entlang zu legen, bei kurzen Power Supply Units lässt sich aber sogar die Aussparung neben der Netzteilhalterung dafür nutzen und sich so das Gehäuse weiter aufräumen. Wieder hervor kommen die Kabel dann entweder auf Höhe der RAM-Riegel oder dem unteren Mainboard-Teil. So lassen sich auch stromhungrige Grafikkarten mit direkten Verbindungen zu Netzteil versorgen. Überflüssige Kabel lassen sich an der linken Seite neben den 3,5″ Laufwerken verstecken. Um Lüfterkabel mit Kabelbindern am Gehäuse festzuziehen, gibt es einige Bohrungen, im vorderen Bereich lassen sich dafür auch die nicht genutzten Aufnahmen für 3,5″-Laufwerke benutzen.

Mainboard
Das vor mir verbaute Mainboard belegt zwar alle sieben Erweiterungsslots des Gehäuses, hat also volle Höhe, breit ist das Board aber etwas weniger als maximal erlaubt. Dadurch hat es etwas Platz zur Festplatte, größere Boards und lange Grafikkarten könnten aber die Wahl des Platzes für 3,5″-Laufwerke einschränken.

Stabilität
Möglichst viele Teile bis zur nächsten Gehäuseteil durchlaufen zu lassen und alle scharfen Kanten mit großen Umfalzungen zu versehen mag eine gute Idee sein und verhilft dem Gehäuse tatsächlich zu gewisser Stabilität, man merkt aber häufig, dass die „Dicke“ des verwendeten Bleches sehr nah an der Grenze des Vertretbaren liegt. Auch wenn das wohl übertrieben ist, vermittelt das Gehäuse den Eindruck man müsste mit allen Schrauben sehr vorsichtig umgehen, um die Gewinde nicht zu überdrehen. Wer häufig Hardware ein- und ausbaut, wird hier bestimmt schnell die Haltbarkeit erschöpft haben.

Luftstrom
Der vorn zu verbauende 12er bläst genau unter der Festplatte durch, wenn man sie in die erste Halterung unter dem Diskettenlaufwerk setzt. Auch ist sie dann ungefähr auf Höhe der Grafikkarte, was den Luftstrom weiter kanalisiert und Hitzestau zwischen den PCI-Karten verhindert. Das Gehäuse ist dabei immer noch breit genug, dass man bei einem auf wenig Leistung ausgelegten System auf seitliche Entlüftung verzichten und sich auf die Entlüftung vom Netzteil und dem oberen Gehäuselüfter verlassen kann. Auch für einige passive Grafikkarten sollte diese Methode noch ausreichen.

Fazit
Das Sharkoon Venga Economy sieht viel besser aus, als es ist und es ist nicht schlecht. Wer seinen PC primär als Einrichtungsgegenstand betrachtet wird an diesem Gehäuse sicher seine Freude haben, aber wer vor hat, häufig am Rechner zu basteln oder aus dem Gehäuse einen potenten Spielerechner zu bauen, wird an Grenzen stoßen. Ich sage nicht, dass das schlecht ist, schließlich lässt sich ein kleines Gehäuse und große Ansprüche als Herausforderung auffassen, aber so einfach einen beliebigen Kühler kaufen oder eine zweite Grafikkarte verbauen kann schnell in der Erkenntnis enden, dass es einfach nicht geht.

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. :-)

Gedanke am Rande zur Lage der Nation

Mai 5, 2008 von bengtluers

Kaum wer hat wohl so schlechte Presse wie Studi-vz und doch findet man dort sogar die Hardliner-Datenschutz-Sympathisanten meistens nur etwas später, letztlich aber doch fast alle. Pessimistisch wird gern geschlossen, kümmert Datenschutz im Moment die Nutzergruppe wenig. Aber anders herum ist es doch schon mal ganz gut, dass Presse nicht all zu wichtig ist für die Entscheidung, über Nutzung und Ignoranz. Soziale Netze (als Benutzerdaten-Web 2.0-Anwendung) sind noch nicht mal eine ganze Pubertät alt, da ists wohl kein Wunder, wenn wir noch nicht wissen, wo der vernünftige Mittelweg ist. Mit Presse hingegen sollten wir etwas mehr Routine haben und das ist scheinbar der Fall. Das ist doch ein guter Anfang. ;)

Firefox 3: Workflow for the win!

April 22, 2008 von bengtluers

Im Firefox 3 kann man die Seitenquelltext-Ansicht aktualisieren.

Weiß wahrscheinlich fast keiner, wird wohl auch kaum wen interssieren, und nur wenige werden den Nutzen zu schätzen wissen, aber ich find’s mal richtig Klasse. Ich hab grade dynamische meta-Tags implementiert und statt (wie früher) dauernd das Fenster schließen und neu aufrufen zu müssen tut es nun, wie man es von einem Browser erwarten dürfte ein Druck von F5. Winziges Feature, riesige Wirkung. :)

hostname setzen mit DHCP3

Februar 22, 2008 von bengtluers

Das Problem:

Der Name des Rechners wird nicht an den DNS-Server übergeben.

(eventuelle) Auswirkungen:

  1. Der Router erkennt zwar die MAC-Adresse und die IP-Adresse eines Rechners, aber nicht dessen Namen.
    (Früher gab die Fritz-Box mal „noname“ an, jetzt lässt sie das Feld schlicht frei.)
  2. ping <hostname> gibt „unknown hostname“ aus.
  3. trace <hostname> gibt „no route to host“ aus.

Die Lösung (einfach):

sudo gedit /etc/dhcp3/dhclient.conf

Die Kommentar-Rauten vor den folgenden Zeilen löschen:

send host-name "<hostname>";
send dhcp-client-identifier <mac-addresse>;

<hostname> ist der Name des Rechners.
<mac-addresse> ist die MAC-Adresse des Rechners. (Im Format: 00:00:00:00:00:00)

Mac-Adresse herausfinden:

ifconfig :) 

Die Lösung (für mehrere Interfaces):

Wenn mehr als ein Netzwerk-Adapter vorhanden sein sollte, der im LAN korrekt funktionieren soll, müssen die Interfaces gesondert aufgeführt werden, weil die MAC-Adressen der Geräte unterschiedlich sind.

interface "eth0" {
	send host-name "<hostname0>";
	send dhcp-client-identifier <mac-addresse0>;
}
interface "eth1" {
	send host-name "<hostname1>";
	send dhcp-client-identifier <mac-addresse1>;
}

Update der Daten

Damit der Hostname erneut gesendet wird, muss er vom Client neu eingelesen und vom Server neu abgefragt werden, wie es scheint. Daher hilft ein Neustart des Dienstes alleine nichts; auch der DNS-Server muss zur Aktion gebracht werden. Also:

sudo /etc/init.d/networking restart

und außerdem:

Netzwerkkabel rausziehen
Netzwerkkabel reinstecken

Rede zu Linux für Rhetorikkurs beim BFD

Februar 1, 2008 von bengtluers

Das freie Betriebssystem GNU/Linux

Sprechtext

 

Sehr geehrter Herr Otto,

liebe Kameraden,

geschätztes Publikum!

Im Rahmen unserer dreiteiligen Vortragsreihe zum Thema Betriebssysteme bin ich für die Vorstellung des freien Betriebssystems Linux zuständig. Mir ist durchaus bewusst, dass dies ein sehr technisches Thema ist und dass für einige die Wahl des Betriebssystems eher eine Frage des Glaubens als eine Frage von Argumenten ist. Umso mehr will ich mich um eine sachliche und ideologiefreie Erörterung des Thematik in einfacher Sprache bemühen. Für hoffentlich aufkommende Fragen stehe ich naher gerne zur Verfügung und diesen Sprechtext werde ich auf meinem Weblog veröffentlichen. Die Adresse steht an der Tafel.

An dieser Stelle sei mein herzlicher Dank an den BFD und im besonderen an Herrn Otto angebracht, die mir ermöglicht haben hier zu sprechen.

Zum Einstieg will ich über einige allgemeine Konzepte von Linux sprechen und dann aufzeigen wie ihre Auswirkungen aussehen.

Linux ist Modular aufgebaut, das heißt, jedes Programm des Betriebssystems kann nach Belieben durch ein anderes mit gleicher Funktion ersetzt oder sogar ersatzlos deinstalliert werden. Damit sich nicht jeder seine Software selbst zusammensammeln muss, wird Linux als Software-Sammlung vertrieben. Diese Software-Sammlungen werden meist von Firmen oder Stiftungen zusammengestellt und heißen Distributionen. Dieser Ausdruck leitet sich vom lateinischen “distribuere” her, das zu deutsch “verteilen” heißt; eine Distribution ist also die Form in der etwas vertrieben wird, eine Art Ausgabe.

Genau genommen bezeichnet der Markenname „Linux“ in den Distributionen nur einen kleinen kleinen Teil der Distributionen. Der Linux-Kernel, wie man diesen Teil auch nennt ist der Systemkern. Er kümmert sich um grundlegende Dinge wie die Verwaltung von Treibern, Dateisystemen und Prozessen. Um ein benutzbares Betriebssystem darzustellen, muss Software aber letztlich immer auf die Funktionen von diesem Kern zurückgreifen. Deshalb wird häufig noch im Distributionsnamen darauf hingewiesen. Auch ist mit „Linux“ meist eine bestimmte oder unbestimmte Distribution gemeint.

Diese Linux-Distributionen setzen bei der Auswahl der einzelnen Programme und ihrer Versionen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte.

So setzen das vielleicht einigen bekannte RedHat-Linux und das neu entstandene SuSE-Enterprise-Linux, kurz SEL auf sehr alte und damit gut erprobte Software, um ein Maximum an Zuverlässigkeit zu garantieren.

Das so gennante „Damn Small Linux“, zu deutsch also das „verdammt kleine Linux“ minimiert das System auf das Nötigste und kommt so auf unter 50MB Speicherbedarf im installierten Zustand.
Dies sind alles Spezial-Lösungen für spezielle Anforderungen und wenn man so will, ist auch ein Betriebssystem für den Endverbraucher ein solcher Spezialfall, denn hier muss ein sehr komplexes System möglichst problemfrei komplizierte Probleme lösen und am Besten das alles ganz einfach.

Die Firmen, die hinter den großen Distributionen stehen verdienen häufig nur über Zusatzdienste am Vertrieb der kostenlosen Software: Wer SuSE im Laden kauft, bekommt auf einer kleinen Sammlung DVDs genug Software für die hypothetische einsame Insel und ein Handbuch dazu, dass diesen Namen nicht verdient und RedHat bietet gegen Geld Support-Lizenzen für Unternehmen an.

Aus diesen Eigenheiten von Linux resultieren viele gute Eigenschaften von Linux; eine Auswahl davon will ich ihnen nun vorstellen.

Updates funktionieren dank der Distributoren immer nach dem selben Schema: Ein Programm auf dem PC durchsucht regelmäßig den Index vom Software-Archiv des Distributors nach neuen Programmversionen und installiert diese, wenn gewünscht sogar vollautomatisch im Hintergrund. Ansonsten wird nachgefragt, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für die Installation ist.

Lokalisierung für die einzelnen Programme läuft ebenfalls zentral über die regionalen Server der Distributoren. Viele Programme greifen auf die gemeinsame Übersetzung zurück, aufwändige Programme wie Firefox oder OpenOffice haben zusätzliche Sprachpakete.

Migration – gemeint ist hier das Wechseln von Computern oder Betriebssystemen – geht konzeptionell sehr einfach: Alle Dateien, die Benutzerdaten beinhalten liegen in einem eigenen Ordner. Liegt dieser auf einer zweiten Partition, kann auf der ersten das Betriebssystem ausgetauscht werden ohne, dass eine einzige Einstellung neu vorgenommen werden muss. Ein schöner Nebeneffekt davon ist, dass man sich selber dazu zwingt Ordnung zu halten und über jede Einstellung gut nachzudenken. – Wenn man es gut macht, hat man schließlich sehr lange etwas davon.

Treiber lädt der Kernel beim Erkennen von Hardware automatisch. – Kein separates Installieren, kein Suchen im Internet. Wo wir gerade dabei sind: Die Treiberunterstützung ist meines Erachtens nach mittlerweile als sehr gut zu bezeichnen. Ich selbst habe noch keine Hardware in den Fingern gehabt, die nicht auf Anhieb lief. Bei Neuanschaffungen sollte man sicherheitshalber aber mal im Internet nachsehen. Es gibt von den Teams, die sich um Schnittstellen zu Ein- und Ausgabegeräte kümmern ausführliche Kompatibiltätslisten. Bereits vorhandene Hardware kann man einfach mal mit einer Live-CD ausprobieren.

Spiele gibt es in großer Menge frei verfügbar. In jedem Genre lässt sich was zum Spaß haben finden. Wer seine alten Windowsprogramme weiterhin nutzen will, kann dies mit etwas Glück mit dem Windowsemulator WinE tun. Am besten geht das meist mit Software die zwar „wichtig“ ist – beliebte Spiele zum Beispiel.

Zuletzt möchte ich noch auf einige Argumente hinweisen, die eigentlich gar keine Argumente für Linux, sondern nur Fehler anderer Betriebssysteme sind, die Linux einfach nicht hat.

Untereinander inkompatible Bildformate mit Ebenen, wie sie die Grafikeditoren Corel Paintshop und Adobe Photoshop brauchen kann man mit Linux-Programmen als xcf zwischen diversen Programmen austauschen.

Defragmentierung gibt es nicht mehr, weil es Fragmentierung nicht mehr gibt. Alle modernen Dateisysteme verzichten auf Fragmentierung und lassen Platz von gelöschten Dateien einfach so lange frei, bis der Auftrag zum Speichern einer passenden Datei kommt. Heute sind Festplatten und die Anzahl der darauf befindlichen Dateien dermaßen groß, dass dieser Ansatz sehr gut funktioniert.

Viren bauen auf Sicherheitslücken, also auf noch nicht behobenen Programmierfehlern auf. Diese gibt es in Open-Source-Software grundsätzlich kaum, denn wenn jemand einen Programmierfehler entdeckt, ist es einfacher ihn zu beheben, als einen Virus dafür zu schreiben. Außerdem gibt es aufgrund der automatisierten Updates sehr schnell keine anfälligen Systeme mehr, wenn der Fehler erst einmal behoben ist.

Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass man mit Linux je nach der Anwendung auch sehr falsch liegen kann, aber ich denke, für viele ist Linux einen Gedanken und einen Versuch wert, denn aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Linux wenn man sich daran gewöhnt hat ein sehr mächtiges Betriebssystem ist.

Um den Einstieg zu erleichtern habe ich sog genannte Live-CDs von Linux-Mint mitgebracht. Von diesen kann jeder PC und jeder Mac mit Intel-CPU direkt gebootet werden. Danach hat man das System geladen, als hätte man es bereits installiert, arbeitet aber lediglich auf dem Arbeitsspeicher. Nach einem Neustart wird wieder das Betriebssystem von der Festplatte geladen und vom Rundgang durch Linux ist nichts mehr vorhanden außer der Erfahrung. Wenn eine Installation durchgeführt werden soll, geht das direkt vom Desktop der gebooteten Live-CD heraus.

In der guten Hoffnung, bei euch, geschätzte Zuhörer Interesse an Linux geweckt zu haben möchte ich mit einem Ausspruch von Mark Twain schließen, den ich ich in unserem Reader zum Kurs fand:

Menschen mit einer neuen Idee
gelten so lange als Spinner,
bis sich die Sache durchgesetzt hat.“

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

Art’s not a competition (but I’m winning)

Dezember 15, 2007 von bengtluers

yeah_square100.pngEigentlich wollten wir im Laufe des nun reichlich angebrochenen Tages ein Pixel-Grafik-Editor-Battle machen, aber ich konnte mich nicht halten, fing schon mal an, wurde schon mal fertig und denke, das Ergebnis spricht für sich.

1280×800 1280×1024

Das Armbanduhr-Problem

November 30, 2007 von bengtluers

Eigentlich ist alles ganz einfach. Nur acht simple Dinge muss die perfekte Uhr erfüllen. Nämlich Folgendes:

  1. Kunststoff-Gehäuse. Metall wird bei Kälte kalt, bei Hitze heiß und zerkratzt hässlich. Schwarzes Voll-Kunststoff nutzt zwar mehr ab – gerade der Lack geht schnell flöten, aber es sieht dabei wesentlich gelassener aus.
  2. Kunststoff-Armband. Metall schreddert die Armhaare, klemmt die Haut und sieht prollig aus. Gummi ist schön Techi.
  3. Edelstahl-Rücken. Am Arm wird nix kalt oder heiß, der ist immer so 36°C warm und da zieht das kleine Stückchen Metall dann mit. Es wird nicht klebrig wie Kunststoff und rostet nicht.
  4. Funk. Nachstellen nervt, nicht das beste Argument in einer „Wie spät ist es?“-Diskussion zu haben nervt auch.
  5. Eine Batterie, die länger hält als die Uhr. (also mehr als … sagen wir 5 Jahre) … Denn Uhr zum Reparieren geben nervt auch. Allein deswegen schon, weil es nicht sein muss.
  6. Kein Schnickschack (wie Telefonbücher, Tageszähler so was). Das Teil muss funktionieren. Im Vollsuff wie unter anderem Stress ist die Uhr das Letzte was durch unnötig hakelige Bedienung nerven darf.
  7. 20-Sekunden genauer analoger Minutenzeiger. Wenn man die Hand nicht bewegen kann und trotzdem die genaue Uhrzeit braucht. Beispielsweise, wenn man sie am Fahrradlenker oder dem Auto-Lenkrad hat … oder wenn man einfach nicht offensichtlich drauf schauen will. ^^
  8. … … … Nein, ich glaube, das war’s.

Damit scheiden mal wieder alle verfügbaren Produkte aus. Genau wie bei Schuhen, Laptops und Webcams. Die Welt ist scheiße.

Google: Timmy, du bist kein Mensch.

Juni 1, 2007 von bengtluers

Nein, Timmy ist kein Mensch, sondern eine Figur aus South Park und ebenfalls sind die Katzen, Fretchen und Hunde auch keine Menschen, wie Google mittlerweile zu unterscheiden vermag.
So viel zum aktuellen Stand der Suchmaschinentechnik.

Google-Bildersuche ganz normal:

bildschirmfoto-timmy-google-bilder-mozilla-firefox.png

Google-Bildersuche mit &imgtype=face:

bildschirmfoto-timmy-google-bilder-mozilla-firefox_human.png

Horrorvision am Rande: Google erkennt nicht nur ob ein, sondern auch welcher Mensch auf dem bild ist und ermöglicht es, ganze Serien von Bildern mit der selben Person zu erstellen. Eine Verbindung zwischen einem identifizierten Bild und einem Namen und man bekommt zu einem Namen hunderte Bilder der selben Person. Der feuchte Traum eines jeden Auftragskillers und was weiß ich, wem noch … jedenfalls ne Menge Daten mit denen sich eine Person recht gut mit einem Gesicht verbinden lassen kann.

Credits/Quelle/Idee/Info: blog.outer-court.com

Linux: SMB! Windows: Passwort?

Mai 31, 2007 von bengtluers

Notiz an die Welt:
Die Lösung für die Passwortabfrage von Windows beim Verbinden auf eine smb-Freigabe von Linux:

Mit

sudo gedit /etc/samba/smb.conf

die samba-Konfiguration öffnen und die Zeile

;security = user

mit

security = share

ersetzen.

Danach mit

sudo /etc/init.d/samba restart

den samba-Deamon neustarten.

Erläuterung: „security = user“ scheint der Dafault-Wert zu sein, auch wenn es auskommentiert ist. Danach wird eine Authorisierung jedes Zugriffs auf die SMB-Freigaben durch Benutzername und Passwort des Hostrechners verlangt. Mit share, wird jedem erlaubt, die Freigaben zu sehen; in den Freigaben gelten die Rechte der Freigabe (Schreiben erlaubt?) und übergeordnet die Rechte der Ordner und Dateien.

Das Ausführen einzelner Befehle als Superuser vom Userspace aus mit „sudo“ ist nicht auf allen Systemen möglich. Dann muss man sich per

su root

als Root anmelden und kann per

su <eigenerBenutzerName>

wieder zum eigenen Benutzernamen zurückwechseln.

Mit

exit

kann man sich jeweils wieder abmelden.

Mensch und IT: Drei-Punkte-Plan

Mai 24, 2007 von bengtluers
  1. mehr Standards!

    1. Jede Textvarbeitung sollten immer in ODT speichern können.

    2. Jeder Webbrowser sollte PNG mit Alpha-Kanal können.

    3. Jedes Betriebssystem sollte bei der Installation Benutzerdaten von jedem Betriebssystem übernehmen können. Es wäre unhöflich, zwar den PC für sich zu beanspruchen, aber den Benutzer, dessen Daten vorher auf ihm waren nicht ebenso aufzunehmen, wie der PC es nun mit dem neuen Betriebssystem tut.

  2. mehr Aufklärung!

    1. Datenschutz ist nicht nur ein Thema für den Informatikunterricht, sondern sollte von vielen Menschen durchdacht werden. Das Creative Commons hat gezeigt, dass hier für weite Bereiche von Content noch keine klare Linie (wie z.B. bei Software – 60% GPL) – und damit kein Standard – existiert.

    2. Weil unsere Welt immer schneller und immer brutaler wird, müssen Menschen stärker werden. Nicht nur eben gerade stark genug, um sie zu ertragen, sondern stärker, als sie um sie zu gestalten, um ihr Schöpfer, nicht ihr Sklave zu sein. Wir bestimmen die Welt, in der wir leben. Dies kann erreicht werden, in dem man den Menschen mehr über sich wissen lässt, in dem man ihn nicht nur abstraktes Wissen über seine Psyche oder seine Biologie an die Hand gibt, sondern auch praktisches über sich selbst, in dem man ihm eine Geschichte gibt, die Geschichte von der Entstehung seines Selbst.

    3. Es muss akzeptiert werden, dass die IT nicht einfach nur da ist, und nun gedultet werden muss, sondern dass sie nötig ist, um mit der von ihr selbst mit ausgelösten Beschleunigung der Welt Schritt zu halten. Diese Welt braucht für ihr Tempo IT und die Menschen brauchen für sich wegen dem Tempo der Welt die IT.

  3. Bessere Programme!
    1. Es braucht für eine PC-Erfahrung, die sich auch solche nennen darf, ohne dass das verhätschelnd klingt, massiv bessere Software.

    2. Es muss sich durchsetzen, dass an Programmen nicht nur Programmierer arbeiten, sondern Nicht-Programmierer sicherstellen, dass die Brücke zwischen Programm und Problem geschlagen wird. Es muss Wissen um die Problemlösung, wie um die Problemwahrnehmung in Programme gegossen werden.

    3. Ein Programm muss nicht nur „tun, was es soll“, sondern dem Benutzer zeigen, was Sache ist. Programme müssen sich von Befehlsempfängern zu intelligenten Gehilfen auswachsen, die dem Benutzer helfen, Situationen zu verstehen, wenn er sie angeht.

    4. Mit steigender Komplexität der Programme sollte aber deren GUI simpler und universeller werden. Eine simple Formensprache auf dem künstlerischen Kontext der Zeit kann den Nutzer leiten, und ihn auch, wenn sich dieser mit neuen Problemen konfrontiert sieht, einen gewohnten Rahmen bieten. Heute ist es eher anders herum: Die Programme machen häufig sehr Ähnliches nur mehr oder minder schlecht und sehen dabei möglichst unterschiedlich aus.