Das Parfum

Gestern Abend wars mal wieder so weit … Kommerzielle Kultur war angesagt. Der Deutsch-LK geht ins Kino. Naja … Zum einen war die Veranstaltung nicht für alle zwingend, weil einige Mitglieder unseres kleinen Leistungskurses den Film bereits gesehen hatten und wir uns eh nicht als Kursthema damit auseinandersetzen, sondern das Buch lediglich „gemeinschaftlich“ gelesen haben. … Eigentlich sollte auch mal ein Treffen von uns Literaturfachleuten statt finden, aber das musste wegen terminlichen Schwierigkeiten ausfallen.

Mal wieder im Kino

Nun ja, jedenfalls stand gestern Kino auf dem Plan. Verplant, wie ich nun mal bin, stand ich aber natürlich vorm falschen Kino. Hab mir aber auch nix weiter was draus gemacht, denn die Besprechung muss aufgrund des nächtlichen, unter der Woche liegenden Termins eh zu anderer Zeit als direkt im Anschluss statt finden und außerdem kugt man Filme ja eh nicht wirklich gemeinsam. Man sitzt zwar zur selben Zeit im selben Kino, letztendlich ist die Kommunikation aber gleich null und das Erlebnis wäre auch in anderen Kinosäälen mit anderen Menschen um einen rum nicht wesentlich verschieden.

Werbung im Kino

Ich bin also in der Beziehung nicht sonderlich anspruchsvoll, möchte ich behaupten auch 35 Minuten Werbung finde ich nicht sonderlich störend. Im Gegenteil: Gut gemachte Werbung kann man sich doch gerade im Kino auch gut ansehen. Malboro z.B. sieht echt gut aus … Und nur weil ich audio-visuell genieße, heißt das noch lang nicht, dass ich deswegen auch anfangen muss zu rauchen. Echt OK.

Über was ich meinen Unmut aber dann doch zum Ausdruck bringen möchte, ist dass auch ein Spot gezeigt wurde, der mir auch im Fernsehen schon aufgefallen ist. … Vllt. ist der bekannt … Es geht im wesentlichen um die Faszination die Kino aus macht, die gesellschaftliche Funktion des Konsums mit anderen und letztlich darum, dass Kino einfach toll is. So endet der Spot auch mit den Worten „Kino. Dafür werden Filme gemacht.“

Ein echt gut gemachter Spot, tolle Message und treffend auf Kino bzw. Film-Kunst gemünzt, aber im Kontext der Oldenburger Kino-Situation wirkt er fast zynisch. Denn Filme werden in aller Regel mit 24 (Kino-Standard), 25 (PAL) oder (für den NTSC-Standard) mit 30 Bildern/Sekunde „gemacht“, das größte Kino in Oldenburg spielt aber nur auf 18 FPS heruntergerenderte Versionen. Klartext: Es hält sich nicht an den Kino-Standard und kann daher nicht auf kostengünstige und gute Massenware zurückgreifen. Das Ergebnis ist, wie zuerwarten, dass die Bildqualität bescheiden ist.

Das Problem mit dem downsampling ist, dass man nicht einfach jedes vierte Bild heraus schneiden kann, weil sonst der Eindruck entsteht, der Film würde nicht gleichmäßg schnell ablaufen. Also müssen die Bilddaten von vier Bildern auf drei umverteilt werden. Dabei entstehen aber Artefakte, weil jedes neue Bild aus zwei alten zusammen gesetzt werden muss, die bei bewegten Situationen aber sehr unterschiedlich sein können, womit die Details von beiden Bildern verschwinden und nur grobe, unscharfe Konturen sichtbar bleiben.

Ähnliches gilt für das prinzipiell bedingte Spektrum von analogem Material. Wie vllt. schon aufgefallen, sehen Filme, die man auf DVD o.ä. am Rechner gesehen hat, im Fernsehen vergleichsweise schlecht aus. Besonders dunkle Partien, und Details im Schatten oder Halbdunkel kommen nicht richtig raus. Das leigt IMHO daran, dass das Signal analog übertragen wird und so geringe Lichtmengen im Bild auch geringen Strommengen im Kabel entsprechen. Aufgrund der Dämpfungseigenschaften von Kabeln sinkt der Detailreichtum damit proportional zur Leitungslänge.

Fernsehn -> Shit
Kino -> Shit
Schade.

Bei digitaler Verarbeitung hingegen liegt für jedes Bit die gleiche Spannung an. Nämlich die volle oder schlicht keine. Damit sind Verluste praktisch nicht vorhanden, solange eine Verbindung vorhanden ist. (Durch Korrekturmaßnahmen sind durchaus Toleranzen drin, in solchen Fällen treffen die Verluste aber gestreut sämtliche Bit-Ebene) Weiter wird der Farbwert für jedes Pixel Logarithmisch auf ein paar (so 6-32) Bit aufgeteilt, das hat zur Folge, dass das erste Bit für die gröbste und das letzte für die exaktestese Einordnung der Farbe des Bildpunktes zuständig ist. Somit sind die Infos gelcihmäßig verteilt und werden geleichwertig behandelt. Nichts fällt unter den Tisch.

Digitales Bildmaterial speichert Details so gut wie Grobes

… Also da fühle ich mich mit meinem 17″er mit gutem Material (DivX/XviD, 720i) doch wesentlich besser bedient. Für 7€ will ich nicht über Qualität quatschen müssen, ist das denn so schwer?

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