Archive for the ‘Real Life’ Category

Rede zu Linux für Rhetorikkurs beim BFD

Februar 1, 2008

Das freie Betriebssystem GNU/Linux

Sprechtext

 

Sehr geehrter Herr Otto,

liebe Kameraden,

geschätztes Publikum!

Im Rahmen unserer dreiteiligen Vortragsreihe zum Thema Betriebssysteme bin ich für die Vorstellung des freien Betriebssystems Linux zuständig. Mir ist durchaus bewusst, dass dies ein sehr technisches Thema ist und dass für einige die Wahl des Betriebssystems eher eine Frage des Glaubens als eine Frage von Argumenten ist. Umso mehr will ich mich um eine sachliche und ideologiefreie Erörterung des Thematik in einfacher Sprache bemühen. Für hoffentlich aufkommende Fragen stehe ich naher gerne zur Verfügung und diesen Sprechtext werde ich auf meinem Weblog veröffentlichen. Die Adresse steht an der Tafel.

An dieser Stelle sei mein herzlicher Dank an den BFD und im besonderen an Herrn Otto angebracht, die mir ermöglicht haben hier zu sprechen.

Zum Einstieg will ich über einige allgemeine Konzepte von Linux sprechen und dann aufzeigen wie ihre Auswirkungen aussehen.

Linux ist Modular aufgebaut, das heißt, jedes Programm des Betriebssystems kann nach Belieben durch ein anderes mit gleicher Funktion ersetzt oder sogar ersatzlos deinstalliert werden. Damit sich nicht jeder seine Software selbst zusammensammeln muss, wird Linux als Software-Sammlung vertrieben. Diese Software-Sammlungen werden meist von Firmen oder Stiftungen zusammengestellt und heißen Distributionen. Dieser Ausdruck leitet sich vom lateinischen “distribuere” her, das zu deutsch “verteilen” heißt; eine Distribution ist also die Form in der etwas vertrieben wird, eine Art Ausgabe.

Genau genommen bezeichnet der Markenname „Linux“ in den Distributionen nur einen kleinen kleinen Teil der Distributionen. Der Linux-Kernel, wie man diesen Teil auch nennt ist der Systemkern. Er kümmert sich um grundlegende Dinge wie die Verwaltung von Treibern, Dateisystemen und Prozessen. Um ein benutzbares Betriebssystem darzustellen, muss Software aber letztlich immer auf die Funktionen von diesem Kern zurückgreifen. Deshalb wird häufig noch im Distributionsnamen darauf hingewiesen. Auch ist mit „Linux“ meist eine bestimmte oder unbestimmte Distribution gemeint.

Diese Linux-Distributionen setzen bei der Auswahl der einzelnen Programme und ihrer Versionen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte.

So setzen das vielleicht einigen bekannte RedHat-Linux und das neu entstandene SuSE-Enterprise-Linux, kurz SEL auf sehr alte und damit gut erprobte Software, um ein Maximum an Zuverlässigkeit zu garantieren.

Das so gennante „Damn Small Linux“, zu deutsch also das „verdammt kleine Linux“ minimiert das System auf das Nötigste und kommt so auf unter 50MB Speicherbedarf im installierten Zustand.
Dies sind alles Spezial-Lösungen für spezielle Anforderungen und wenn man so will, ist auch ein Betriebssystem für den Endverbraucher ein solcher Spezialfall, denn hier muss ein sehr komplexes System möglichst problemfrei komplizierte Probleme lösen und am Besten das alles ganz einfach.

Die Firmen, die hinter den großen Distributionen stehen verdienen häufig nur über Zusatzdienste am Vertrieb der kostenlosen Software: Wer SuSE im Laden kauft, bekommt auf einer kleinen Sammlung DVDs genug Software für die hypothetische einsame Insel und ein Handbuch dazu, dass diesen Namen nicht verdient und RedHat bietet gegen Geld Support-Lizenzen für Unternehmen an.

Aus diesen Eigenheiten von Linux resultieren viele gute Eigenschaften von Linux; eine Auswahl davon will ich ihnen nun vorstellen.

Updates funktionieren dank der Distributoren immer nach dem selben Schema: Ein Programm auf dem PC durchsucht regelmäßig den Index vom Software-Archiv des Distributors nach neuen Programmversionen und installiert diese, wenn gewünscht sogar vollautomatisch im Hintergrund. Ansonsten wird nachgefragt, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für die Installation ist.

Lokalisierung für die einzelnen Programme läuft ebenfalls zentral über die regionalen Server der Distributoren. Viele Programme greifen auf die gemeinsame Übersetzung zurück, aufwändige Programme wie Firefox oder OpenOffice haben zusätzliche Sprachpakete.

Migration – gemeint ist hier das Wechseln von Computern oder Betriebssystemen – geht konzeptionell sehr einfach: Alle Dateien, die Benutzerdaten beinhalten liegen in einem eigenen Ordner. Liegt dieser auf einer zweiten Partition, kann auf der ersten das Betriebssystem ausgetauscht werden ohne, dass eine einzige Einstellung neu vorgenommen werden muss. Ein schöner Nebeneffekt davon ist, dass man sich selber dazu zwingt Ordnung zu halten und über jede Einstellung gut nachzudenken. – Wenn man es gut macht, hat man schließlich sehr lange etwas davon.

Treiber lädt der Kernel beim Erkennen von Hardware automatisch. – Kein separates Installieren, kein Suchen im Internet. Wo wir gerade dabei sind: Die Treiberunterstützung ist meines Erachtens nach mittlerweile als sehr gut zu bezeichnen. Ich selbst habe noch keine Hardware in den Fingern gehabt, die nicht auf Anhieb lief. Bei Neuanschaffungen sollte man sicherheitshalber aber mal im Internet nachsehen. Es gibt von den Teams, die sich um Schnittstellen zu Ein- und Ausgabegeräte kümmern ausführliche Kompatibiltätslisten. Bereits vorhandene Hardware kann man einfach mal mit einer Live-CD ausprobieren.

Spiele gibt es in großer Menge frei verfügbar. In jedem Genre lässt sich was zum Spaß haben finden. Wer seine alten Windowsprogramme weiterhin nutzen will, kann dies mit etwas Glück mit dem Windowsemulator WinE tun. Am besten geht das meist mit Software die zwar „wichtig“ ist – beliebte Spiele zum Beispiel.

Zuletzt möchte ich noch auf einige Argumente hinweisen, die eigentlich gar keine Argumente für Linux, sondern nur Fehler anderer Betriebssysteme sind, die Linux einfach nicht hat.

Untereinander inkompatible Bildformate mit Ebenen, wie sie die Grafikeditoren Corel Paintshop und Adobe Photoshop brauchen kann man mit Linux-Programmen als xcf zwischen diversen Programmen austauschen.

Defragmentierung gibt es nicht mehr, weil es Fragmentierung nicht mehr gibt. Alle modernen Dateisysteme verzichten auf Fragmentierung und lassen Platz von gelöschten Dateien einfach so lange frei, bis der Auftrag zum Speichern einer passenden Datei kommt. Heute sind Festplatten und die Anzahl der darauf befindlichen Dateien dermaßen groß, dass dieser Ansatz sehr gut funktioniert.

Viren bauen auf Sicherheitslücken, also auf noch nicht behobenen Programmierfehlern auf. Diese gibt es in Open-Source-Software grundsätzlich kaum, denn wenn jemand einen Programmierfehler entdeckt, ist es einfacher ihn zu beheben, als einen Virus dafür zu schreiben. Außerdem gibt es aufgrund der automatisierten Updates sehr schnell keine anfälligen Systeme mehr, wenn der Fehler erst einmal behoben ist.

Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass man mit Linux je nach der Anwendung auch sehr falsch liegen kann, aber ich denke, für viele ist Linux einen Gedanken und einen Versuch wert, denn aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Linux wenn man sich daran gewöhnt hat ein sehr mächtiges Betriebssystem ist.

Um den Einstieg zu erleichtern habe ich sog genannte Live-CDs von Linux-Mint mitgebracht. Von diesen kann jeder PC und jeder Mac mit Intel-CPU direkt gebootet werden. Danach hat man das System geladen, als hätte man es bereits installiert, arbeitet aber lediglich auf dem Arbeitsspeicher. Nach einem Neustart wird wieder das Betriebssystem von der Festplatte geladen und vom Rundgang durch Linux ist nichts mehr vorhanden außer der Erfahrung. Wenn eine Installation durchgeführt werden soll, geht das direkt vom Desktop der gebooteten Live-CD heraus.

In der guten Hoffnung, bei euch, geschätzte Zuhörer Interesse an Linux geweckt zu haben möchte ich mit einem Ausspruch von Mark Twain schließen, den ich ich in unserem Reader zum Kurs fand:

Menschen mit einer neuen Idee
gelten so lange als Spinner,
bis sich die Sache durchgesetzt hat.“

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

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Lord of War – zweiter Wareneingang

Dezember 11, 2006

Gestern mal wieder … leider war WordPress.com wegen Wartungsarbeiten down, also erst jetzt hier.

Bemerkung:
Der Zuschauer kommt kaum umhin, Yuri Orlov, den Mann mit dem wohl verwerflichsten aller Berufe zu mögen. Wir bekommen in persönlicher, wie netter und humorvoller Art und Weise das Metier erklärt und folgen seiner Lebensgeschichte ein wichtiuges Stück weit; wir können uns mit ihm identifizieren, weil er so menschlich bleibt, so kämpferisch, sich den Rückschlägen stellend, am Limit seiner Möglichkeiten agierend.

Wir finden den Waffenhändler sympathischer als den rechtschaffenden Cop.

Nun, was können wir damit anfangen? Ganz einfach: Yuri Orlov, aufgewachsen in einer – selbst so genannten – „Endstation“, in Verhältnissen, die ihm als Perspektive kaum mehr als die Übernahme des elterlichen, drittklassigen Restaurants bieten schwingt sich auf, etwas aus seinen Leben zu machen … etwas „Großes“ sollte es sein. Dabei war zweitrangig, was das denn nun genau werden würde, nur raus, nur eine Perspektive, nur Betätigung in dem was man tut … Alles das fand Yuri im Waffenhandel. Wenn auch erst im ganz kleinen Stil, treibt ihn das Prinzip „Wenn schon denn schon.“ dazu, selbst diese schwierige Arbeit im großen Stil zu betreiben, sich im Geschäft zu etblieren, „gut“ in dem zu sein, was er macht.

Yuri Orlov macht, was ihm sein Umfeld, seine Welt anbietet … er findet nicht, was er gesucht hat, sondern, was verborgen lag … und nimmt sich, was er kriegen kann. So gesehen, darf sich jeder ein wenig mit ihm identifizeren, denn wir alle können nur tun, was uns unser System erlaubt. Wir können kaum besser sein, als das, was wir als „Gut“ kennen, wir können kaum stärker werden, als was wir als „Stark“ kennen und wir können nur so erfolgreich werden, wie wir „Erfolg“ kennen. In einer Welt ohne Krieg, ohne Überschuss an Waffen, ohne Wegsehen der Ersten Welt Afrika gegenüber, ohne Perspektivlosigkeit hätte Yuri auf andere Art wirtschaftichen Erfolg gehabt … den hätte er sich schon geholt. Also sind wir, wir Mitmenschen, wir Gesellschaft, wir politsch, wirtschaftlich und kulturell gestaltenden, wir alle gefordert, eine Welt zuschaffen, in der engagierte Leute nicht in Illegalität und unmoral getrieben werden, sondern vom System einen „geraden“, einen guten Weg suggeriert bekommen.

Amen.

Nennt mich Fonero! – Lieferung eingegangen

Dezember 7, 2006

Heute, am Tag, an dem der Klausuren-Marathon, der mit meiner Heutigen, weitere fünf Zeitstunden langen Biologie-Leistungskurs-Klausur die ich, meinem Gefühl nach zu urteilen ganz gut hinbekommen habe, ist heut zur Kröneung des Ganzen meine Fonera angekommen.

Tadaa … fertig.

Naja … Wo wir grad dabei sind:

Es gibt noch kostenlose Foneras, zumindest wenn man ein wenig sucht. auf Loopy.de z.B.

Ich bin mittlerweile online:
*freu*
War zwar nicht ganz einfach, weil man die Aktivierung über eine WLAN-Gerät machen muss, dass sich über die offene Verbindung eingewählt hat (Qualitätssicherung, denke ich ist das gedacht), aber nu ists mit Hilfe von Papis Laptop erledigt.

Übrigens: Ich will ja nicht ständig meckern, aber Ich musste leider feststellen, dass die KReyenbronx doch ziemlich Provinz ist, was Fonero-City angeht … In Eversten z.B. gibts ca. 20 Hotspots, in Kreyenbrück zwei. Mich und noch einen in diesem Finesstudion oder was das da ist … irgendwo Bahnhofsalle Ecke Bremerheerstraße.

V wie Vendetta – V3

Dezember 4, 2006

Höhere Bild-Qualität und mehr Beschäftigung mit der Materie hebt den Film doch noch mal sehr eindrucksvoll.

La Fonera … Aber warum ich?

Dezember 2, 2006

Für die, die’s noch nich wissen:

Fon, ein kleines spanische Start-Up-Unternehmen schickt sich mit der Hilfe von Google und Skype an, der größte Hot-Spot-Anbieter der Welt zu werden. Klassischer Weise werden Hotspots von einzelnen, nicht organisierten Betreibern wie Internet- oder auch Telekommunikationsanbietern betrieben. Dieses Prinzip hat aber zwei wesentliche Nachteile: Zum einen muss sich so jeder Betreiber selbst um seine Rechts- und Finanzlage kümmern und zum Anderen resultieren daraus eine gering Verbreitung der Hotspots und unübersichtliche Preispolitik. Damit sind beide Seiten suboptimal bedient.

Fon hingegen geht vom anderen Ende her an das Problem heran. Nicht für Notebook-Besitzer mit Bedarf für Internet wird ein Zugang geschaffen, sondern der Internet-Zugang von Notebook-Besitzern wird geteilt. Praktisch wird dieser Ansatz so umgesetzt, dass im Modell „Linus“ jeder, der seine Internet-Verbindung für andere zur Verfügung stellt, andere von anderen zur Verfügung gestellten Internetverbindungen nutzen kann. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach:

Wer shart, bekommt eine Gegenleistung aus der Community.

Ihren Profit machen die Unternehmen dabei auf unterschiedliche Weise:
Fon selbst bietet „Aliens“ also Leuten, ohne freigegebene Internet-Verbindung an, sich für 3€/Tag in jeden als „Bill“ betriebenen Hotspot einzuwählen. Bei diesem darf der Bill seinen Zugang über Fon vermieten, und bekommt 50% der Einnahmen ausgezahlt.
Google will mehr Leute öfter ins Internet bekommen. Die einfach Rechnung: Mehr Internet-Nutzung führt zu mehr Google-Nutzung. ^^
Skype will durch möglichst flächendeckende WLAN-Verfügbarkeit sein Skype-fähiges WLAN-Handy pushen. Skype-zu-Skype-Gespräche bleiben zwar wie auf den Software-Clients kostenlos, aber ins Festnetz/zu anderen Handynetzen werden Gebühren fällig, in denen eine kleine Gewinnspanne enthalten ist.

OK, OK. Das Prizip ist also besser für alle, aber es ist immer noch kommerziell!

Ja, stimmt. Aber:

1. Ist es längst nicht mehr so kommerziell wie vorher, da die Interessen der Sponsoren / Teilhabern nicht auf den Hotspot selbst gerichtet sind, sondern auf Mehrwertdienste. Dadurch rückt auf diesen Fairness und maximale Verbreitung in den Fokus. Lediglich Fon als eigentliche Firma hat Interesse an den Hotspots. Dieses ist aber klein, da das Geld zum aller wesentlichen Teil nicht aus eigener Tasche kommt, sondern von den Geldgebern und sich relativ schnell rentieren wird.

2. Die Fonera (der subventionierte Router) ist potentiell hackbar … es gab schon entsprechende Versuche, die aber durch flotte Updates der Firmware seitens Fon unnütz gemacht werden konnten.

Das leitet zu einem weiteren Problem: Die zentralistische Software-Struktur. Die WLAN-Router schauen über die freigegebene Internetverbindung von Zeit zu Zeit auf dem Master-Server nach Updates und installieren diese selbstständig. Eine sehr bequeme Lösung, die aber auch die Gefahr von Machtkonzentration birgt. Man stelle sich vor, in einer Welt in naher Zukunft die für die Kommunikation zu wesentlichen Teilen auf Skypefons setzt hackt sich jemand in den Masterserver und setzt nen Link auf seinen eigenen … Binnen einiger Stunden wären ein paar hundert tausend WLAN-Router mit seiner Firmware unterwegs.

So viel Macht gehört einfach nicht auf einen Server.

3. Da sich der Aufbau eines WLAN-Netzes sehr schnell lohnen wird, wird auch der Ausbau sehr schnell gehen, da Kapital aus Überschüssen in eigentlich unrentable, aber die Qualität des Services steigernde Hotspots z.B. in ländlichen Gebieten gesteckt werden kann. Wie auch immer die langfristige (immerhin als weltweit angekündigte) Strategie aussehen wird, darf wohl davon ausgegangen werden, dass die privaten Hotspots irgendwann auch von den Benutzern verwaltet werden dürfen. Zum einen ist genügend Kompetenz vorhanden (siehe z.B. privat betriebene Repositories), zum anderen spart sich Fon so sogar die Verwaltungskosten für eigene Server. – Und andere evtl. auch; Bittorrent (Azureus) kommt schon heute völlig ohne Server aus, in dem es diesen verteilt.

Ich halte daher das Fon-Projekt für einen kommerziellen Weg zur Erschließung von Neuland, dassauf lange Sicht in Hände der Community gehört und deswegen auch dort landen wird.

4. Dieses „Neuland“ ist übrigens auch von juristischer Relevanz:
Mit der Freigabe der eigenen Internetverbindung tritt auch die Gafahr auf, dass andere mit einer anderen Philosophie und Rechtsauffassung als man selbst im Internet tätig werden. (hübsch ausgedrückt, was?) Das kann auch Straftaten wie z.B. das Hochladen von rechtliche geschütztem Material beinhalten. Die Frage die sich dabei auftut ist, ob nur der (im Fall einer ungeloggten Anmeldung an eine Fonera kaum zu indentifizierende) Straftätige belangt werden kann, oder ob der Eigentümer der zur Staftat benutzten Leitung ebenfalls zumindest insofern belangt werden kann, als dass man auf Unterlassung klagt.

Im bisher einzigen Fall eines großen Musiklabels gegen eine Mutter und ihren Sohn ist das Gericht in erster Instanz und ohne Berufung zu dem Schluss gekommen, dass die beiden zwar ihren eigenen Angaben entsprechend unschuldig waren, die Straftat begangen zu haben, aber trotzdem ihr WLAN gegen unbefugte Benutzung absichern müssten. Das Urteil des Gerichts ist unter dem Aspekt, dass die Absicherung lediglich nicht erfolgte, weil die Verschlüsselungsfunktion vom Router/AP wie in vielen Fällen schlicht nicht aktiviert wurde.

Für das Weglassen der Verschlüsselung bestand außer Bequemlichkeit / mangelndem Fachwissen / Einarbeitungbereitschaft aber kein weiterer Grund. Im Fall vom Fon-Projekt hingegen schon; hier soll die Verbindung ja gerade freigegeben werden. Ohne Verschlüsselung, ohne (Rückschlüsse auf die übermittelten Daten ermöglichendes) Logging. Also praktisch (zumindest solange sich Fon an ihre Datenschutzrichtlinien hält) (für Dritte) anonym.

Damit (und mit der bald sehr steigenden Popularität) ergibt sich eine Verschiebung der Situation. In dem Moment, wo gesellschaftlich akzeptiert ist, dass private Internetzugänge (fast) frei nutzbar gemacht werden, (wie es heute im LAN schon mit der Mehrheit DSL-Zugängen der Fall sein dürfte) wird aus dem Unsicheren WLAN ein Teil der (oberen) Internet-Infrastruktur und aus dem DSL-Anschluss-Inhaber ein Provider. Ebenso wie Provider nicht für Straftaten ihrer Kunden belangt werden können, weil das Durchleiten von Daten über große Distanzen gesellschaftlich akzeptiert ist, müssten auch Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen nicht mehr an den Anschlussinhaber, sondern an seine Mitsurfer gehen.

Da Fon die Kunden zwar identifiziert, um sie zu authorisieren, von ihren Datenverkehr aber nichts mitbekommt, ist dies meines Erachtens nach unmöglich. Damit wäre die Belangbarkeit von Urheberrechtsverletzungen und ähnlichen Straftaten, die im Internet verübt werden praktisch aufgehoben.

*huch* Internet mal wieder als rechtsfreier Raum?!?
Nicht gerade, was gesellschaftlich akzeptiert würde.

Aber andersrum:
Würde man Fon bzw. die Betreiber von Foneras oder beide in Kobination rechtlich dazu zwingen, sämtlichen Verkehr ausreichend zu loggen und entsprechende Hintertürchen für Behörden einzurichten wie es evtl. bald (mit Inkrafttreten der Vorratsdatenspeicherung) Provider müssen, liefe das auf einen krassen Anstieg der Überwachungsmaßnahmen hinaus, deren Logik zufolge auch andere halböffentliche Infrastruktur wie z.B. Straßen überwacht werden müssten.

Es stellen sich die Alternativen Überwachungsstaat und Anarchie.
Ich wähle Fonera.

Händler des Todes – Transaktion 1

Oktober 2, 2006

(aka „Lord of War“)

Nur der Vollständigkeit halber: Ein spitzenmäßiger Film.

Das Parfum

September 21, 2006

Gestern Abend wars mal wieder so weit … Kommerzielle Kultur war angesagt. Der Deutsch-LK geht ins Kino. Naja … Zum einen war die Veranstaltung nicht für alle zwingend, weil einige Mitglieder unseres kleinen Leistungskurses den Film bereits gesehen hatten und wir uns eh nicht als Kursthema damit auseinandersetzen, sondern das Buch lediglich „gemeinschaftlich“ gelesen haben. … Eigentlich sollte auch mal ein Treffen von uns Literaturfachleuten statt finden, aber das musste wegen terminlichen Schwierigkeiten ausfallen.

Mal wieder im Kino

Nun ja, jedenfalls stand gestern Kino auf dem Plan. Verplant, wie ich nun mal bin, stand ich aber natürlich vorm falschen Kino. Hab mir aber auch nix weiter was draus gemacht, denn die Besprechung muss aufgrund des nächtlichen, unter der Woche liegenden Termins eh zu anderer Zeit als direkt im Anschluss statt finden und außerdem kugt man Filme ja eh nicht wirklich gemeinsam. Man sitzt zwar zur selben Zeit im selben Kino, letztendlich ist die Kommunikation aber gleich null und das Erlebnis wäre auch in anderen Kinosäälen mit anderen Menschen um einen rum nicht wesentlich verschieden.

Werbung im Kino

Ich bin also in der Beziehung nicht sonderlich anspruchsvoll, möchte ich behaupten auch 35 Minuten Werbung finde ich nicht sonderlich störend. Im Gegenteil: Gut gemachte Werbung kann man sich doch gerade im Kino auch gut ansehen. Malboro z.B. sieht echt gut aus … Und nur weil ich audio-visuell genieße, heißt das noch lang nicht, dass ich deswegen auch anfangen muss zu rauchen. Echt OK.

Über was ich meinen Unmut aber dann doch zum Ausdruck bringen möchte, ist dass auch ein Spot gezeigt wurde, der mir auch im Fernsehen schon aufgefallen ist. … Vllt. ist der bekannt … Es geht im wesentlichen um die Faszination die Kino aus macht, die gesellschaftliche Funktion des Konsums mit anderen und letztlich darum, dass Kino einfach toll is. So endet der Spot auch mit den Worten „Kino. Dafür werden Filme gemacht.“

Ein echt gut gemachter Spot, tolle Message und treffend auf Kino bzw. Film-Kunst gemünzt, aber im Kontext der Oldenburger Kino-Situation wirkt er fast zynisch. Denn Filme werden in aller Regel mit 24 (Kino-Standard), 25 (PAL) oder (für den NTSC-Standard) mit 30 Bildern/Sekunde „gemacht“, das größte Kino in Oldenburg spielt aber nur auf 18 FPS heruntergerenderte Versionen. Klartext: Es hält sich nicht an den Kino-Standard und kann daher nicht auf kostengünstige und gute Massenware zurückgreifen. Das Ergebnis ist, wie zuerwarten, dass die Bildqualität bescheiden ist.

Das Problem mit dem downsampling ist, dass man nicht einfach jedes vierte Bild heraus schneiden kann, weil sonst der Eindruck entsteht, der Film würde nicht gleichmäßg schnell ablaufen. Also müssen die Bilddaten von vier Bildern auf drei umverteilt werden. Dabei entstehen aber Artefakte, weil jedes neue Bild aus zwei alten zusammen gesetzt werden muss, die bei bewegten Situationen aber sehr unterschiedlich sein können, womit die Details von beiden Bildern verschwinden und nur grobe, unscharfe Konturen sichtbar bleiben.

Ähnliches gilt für das prinzipiell bedingte Spektrum von analogem Material. Wie vllt. schon aufgefallen, sehen Filme, die man auf DVD o.ä. am Rechner gesehen hat, im Fernsehen vergleichsweise schlecht aus. Besonders dunkle Partien, und Details im Schatten oder Halbdunkel kommen nicht richtig raus. Das leigt IMHO daran, dass das Signal analog übertragen wird und so geringe Lichtmengen im Bild auch geringen Strommengen im Kabel entsprechen. Aufgrund der Dämpfungseigenschaften von Kabeln sinkt der Detailreichtum damit proportional zur Leitungslänge.

Fernsehn -> Shit
Kino -> Shit
Schade.

Bei digitaler Verarbeitung hingegen liegt für jedes Bit die gleiche Spannung an. Nämlich die volle oder schlicht keine. Damit sind Verluste praktisch nicht vorhanden, solange eine Verbindung vorhanden ist. (Durch Korrekturmaßnahmen sind durchaus Toleranzen drin, in solchen Fällen treffen die Verluste aber gestreut sämtliche Bit-Ebene) Weiter wird der Farbwert für jedes Pixel Logarithmisch auf ein paar (so 6-32) Bit aufgeteilt, das hat zur Folge, dass das erste Bit für die gröbste und das letzte für die exaktestese Einordnung der Farbe des Bildpunktes zuständig ist. Somit sind die Infos gelcihmäßig verteilt und werden geleichwertig behandelt. Nichts fällt unter den Tisch.

Digitales Bildmaterial speichert Details so gut wie Grobes

… Also da fühle ich mich mit meinem 17″er mit gutem Material (DivX/XviD, 720i) doch wesentlich besser bedient. Für 7€ will ich nicht über Qualität quatschen müssen, ist das denn so schwer?

V wie Vendetta – V2

September 7, 2006

Interessante Parallelen:
Das V im Kreis steht für Vendetta || Das A im Kreis steht für Anarchie
(der Unterschied ist also lediglich ein Strich und 180°)

Der indizierte Dinge sammelnde Showmaster schlägt als Element seiner Show ein Schwein am Kreuz vor || Das Ablum „Fert“ der linken Band Wizo hat ein Pferd an einem Kreuz als Cover-Bild. Nachdem das Bild auch auf T-Shirts gedruckt wurde, fanden sich Kläger und das OLG Nürnberg hat das Bildwerk verboten.

An die Shuttleworths dieser Welt

September 7, 2006

In einer Phase geistiger Unterforderung zwischen zwei Philosophiestunden kam die Idee auf, dass man den von keinem Staat beanspruchten Teil des Südpols doch irgendwie praktisch nutzen müsste.

Internet am Südpol

Wenn man auf diesem Gebiet einen Staat gründen würde und internationale Anerkennung erreichen könnte, könnte man diesen zur Präsentation einer Alternative nutzen. So wie Mark Shuttleworth eindrucksvoll demonstriert, dass Linux und Praxis keines Wegs gegensätzliche Begriffe sind, könnte man dort einen Modellstaat errichten.

Ein denkbarer Ansatz wäre z.B. dort das Copyright, Urheberrecht (oder wie auch immer die 220 Staaten dieses Planeten dieses Hirngespinst nennen) schlicht ignorieren und ein Archiv der digitalen Werke der Menschheit anlegen … Man stelle sich nur die Großartigkeit einer allumfassenden Videothek oder Musik- oder auch Literatursammlung vor.

Ein Backup der Kultur

Der Uplink zum Internet müsste wohl über einen Satteliten laufen, da Seekabel aufgrund der klimatischen Verhältnisse schwierig zu verlegen sein dürften. Aber da für eine solche Anwendung die Antwortzeiten nicht sonderlich relevant sind, sollte das keine größeren Probleme machen. Die Energie für die Server-Farm ließe sich entweder aus mit Solarzellen im Polarsommer produziertem Wasserstoff oder auch durch Gezeitenkraftwerke bestreiten.

Fight Club – Runde 3

August 26, 2006

Ich hätte nicht gedacht, dass mir dieser Film auch beim dritten Mal noch neues eröffnet. Vorallem nicht in diesem Umfang. Mir kommts nicht etwa so vor, als würde man jedes mal ein, zwei Prozent mehr verstehen, sondern das Verstandene von Mal zu Mal verdoppeln.