Archive for the ‘Recht’ Category

Google – Ja, Mutter.

Februar 25, 2007

Eins vorweg: Ich bin echt sauer. Mal so richtig.

Google hat seit neuestem (ca. 2 Wochen jetzt) vor die Verlinkung von Websites eine Abfrage eines Index geschaltet. Das ist eine Methode, wie z.B. China und dort besonders Yahoo benutzt um damit das Internet im großen Stil zu filtern. Denn was nicht durch Suchmaschinen gefunden werden kann, ist praktisch nicht erreichbar. Es wird eben nicht gefunden.

Ich will Google nun nicht Zensur vorwerfen, denn zum einen ist es nicht der Index von Google, sondern der einer Organistion namens Stopbadware.org und zm anderen wird der Zugang nicht verwehrt, sondern nur um einen Klick zu Bestätigung, dass man die Seite auch tatsächlich aufrufen will gebeten. Aber trotzdem: Das ist genau die Art von Service, die ich von einer Suchmaschine nicht will. Ich will eine berechenbare, reinmaschinelle Suche. Für die sozialen Systeme wie Tagging gibt es einschlägige Seiten wie Del.icio.us oder Mr. Wong. Diese bereiten Content mit hilfe von menschlicher Intelligenz auf. Eine Suchmaschine sollte das nicht tun.

Zum einen schwächt das das Profil von dem Service selbst, zum anderen macht es ihn chaotisch. Ab jetzt und im Kommenden ist Google nicht mehr eine automatisierte Websuche, sondern eine semi-soziale Suchmachine. Es ist zwar noch klar, woher der Link und der Pagerank kommt (nämlich aus einer automatisierten Durchsuchung des Internets durch Crawler und durch die Zuordunung von Links zu einer Seite). Nicht aber, ob und warum einige Seiten (undicht) blockiert werden und andere nicht.

Das ist eine Art Bevormundung, die ich von einem Service wie google nicht erwarte und mehr noch: Nicht will. Ich denke, jeder sollte selber die Verantwortung für seine Taten tragen und wenn er das nicht kann, diese Verantwortung an andere übertragen. Das hat aber nicht auf globaler Ebene, also nicht bei der von allen genutzten Suchmaschine zu passieren sondern bei den Menschen selbst. Wer mit seinem PC nicht umgehen kann, der muss sich eben bei Papa auf den Schoß setzen oder dem Enkel das Superuser-Passwort geben.

Ich denke, was Google hier macht ist, auch wenn es noch so unanfechtbar nach einer Hilfe aussieht trotzdem eine Hilfe, die kontraproduktiv ist. Sie erzeiht den Benutzer hin zu einem der sich auf den Schutz verlässt, der sich mit der Gewissheit in Gefahren begibt, dass er beschützt wird. Was aber wenn er mal nicht Google benutzt und gleichsam seinen PC mit Spy- und Malware zumüllt? … Dann ist der Ofen/PC recht flott aus. Einen so unbedarften und so auf Hilfe angewiesenen Benutzer kann das Internet nicht wollen, denn er wird sich wesentlich länger an „Mama Google“ halten und die Kontrolle über den eigenen PC lange und weiten Bereichen an andere abgeben. Ein mündiger Bürger oder ein mündiger PC-Nutzer wird man so nur schwerlich.

Außerdem gilt auch hier wieder das OS-Pluralismus-Argument:
Nicht jedes Betribsystem ist für die gefilterten Programme anfällig. Unter Linux z.B. besteht die Möglichkeit, dass ein Programm, dass der Benutzer ausführt gefährliche Änderungen am System vornimmt oder Daten sammelt und verschickt (z.B. Trojaner) schon aus konzeptionellen Gründen nicht. Auch dürfte heutzutage jeder Win-PC, der Internetzugang hat einen Virenscanner haben, der Dateien von den Ausführen prüft.

Ich denke, mit der Implementierung von Stop-Malware in die Google-Links hat Google einen Schritt gemacht, den sie nicht hätten tun dürften. Es trifft die Falschen und erzieht die richtigen zu was Falschem und ist damit im jeder Hinsicht negativ. Das einzige, was sich daran postives finden lässt dürfte in Hinblick auf die Medienwirkung sein, dass Google nun „Verantwortung“ für den präsentieren Content über nimmt und als „Gegenleistung“ zum vereinfachten Zugang nun auch entsprechenden „Schutz“ bietet.

Schutz den keiner braucht, Verantwortung die keiner zu weit wegschieben sollte, eine Gegenleitsung, die keiner will.

Ich für meinen Teil nehme mir das Recht als mündiger Nutzer von der Suche, den anderen (Webmaster-) Tools, zwei eMail- und zwei Jabber-Accounts Google aufzufordern, mir den Zugang zur bisherigen Nutzung wieder zu ermöglichen. Wenn sich dafür keine Möglichkeit findet, werde ich Google nicht mehr nutzen.

Million Dollar Baby – Neureich

Dezember 22, 2006

Grandioser Film … zu groß für einige meiner Art.

Gedanke am Rande: Vor dem Recht sind alle anders.

„Kopien brauchen Originale“-Kopie

Dezember 4, 2006

Auch wenn die Kampagne schon etwas her ist und die neue Novelle des deutschen „Urheberrechts“ im Netz und der Öffentlichekti nicht mehr sonderlich heiß diskutiert wird, ein Nachschlag: Kopien brauchen Originale

Ich hab mir mal die Mühe gemacht, nach zuschlagen, was denn dieses ominöse „Original“ sein soll. … Was Kopien sind ist klar: Alles an digitalem Material, was durch stumpfes Kopieren vervielfältigt wurde. … Was aber ist das Original?

Wiki hält das Original, für die von Künstler geschaffene Version … als praktisch den direkten Output, das was der Künstler meint, wenn er sagt, er sei fertig damit. Die Final. Das klingt mir einleuchtend. Was ich aber nicht vertehe ist, warum nun Kopie und Original Gegensätze sind. Nach dieser Definition ist eine vervielfältigte Datei immer noch das Original. Schließlich enthält sie exakt die selben Daten, der Künstler würde sie sein Werk nennen, auch wenn seine Defragmentierung die Datei mittlerweile an eine anderen Stelle der Festplatte kopiert und dann die ursprünglichen Daten gelöscht hat.

Also: Was soll das?

Es geht nicht um Kopie oder Original, denn selbst gekaufte Daten sind Kopien und keine Originale. Es geht darum, ob die Kopie dessen Besitzer man ist, rechtmäßig erworben ist. … Und ob das so ist, ist ein künstlich geschaffener Wert und hat mit der Datei selbst nichts zu tun.

Nennt das Runde rund und das Eckige eckig
– Konfuzius

Diesen Post widme ich Hilde Domin, deren Kommentar zum Thema Freiheit, der – wie oben vorgeführt – sehr meiner Denkweise entspricht und mir mal ne gute Deutsch-Note gebracht hat: http://www.gutmann.gmxhome.de/domin.htm ^^